Szenario für eine Übung OHNE Blackout etc: Vulkanausbrauch im Breisgau

Wie organisiert man Planspiele und Übungen? Wann finden welche Übungen statt?
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Szenario für eine Übung OHNE Blackout etc: Vulkanausbrauch im Breisgau

Beitrag von Altes_Forum »

von DJ1NG » Mi 28. Jul 2021, 08:59

Topographie:
Gegeben ist der Landkreis Emmendingen.
Der Landkreis hat ca. 170.000 Einwohner und umfasst 24 Gemeinden.
Als Zentrum dient die gleichnamige Große Kreisstadt auf einer Höhe von ca. 200 Meter über NN.

Topographish erstreckt sich der Landkreis entlang des Oberrheingrabens und wird auf der einen Seite vom Südschwarzwald und auf der anderen Seite vom Rhein selbst begrenzt. Die andere Seite des Oberen Rheingrabens bilden übrigens die Vogesen auf dem Staatsgebiet Frankreichs (östlich des Rheins). Im Bereich des Landkreises ist der Graben zwischen 40 und 50 km breit.

Als höchste Erhebung befindet sich noch auf dem Gebiet des Landkreises der Berg Kandel, mit einer Höhe von gut 1250 Meter. Dieser bietet einen phantastischen Blick über den Rheingraben und ist einer der höchsten Erhebungen südlich von Karlsruhe.

Zur Lage:
Auf Höhe des unteren Oberrheingrabens (etwa im Bereich der Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz) ist ein Vulkan ausgebrochen, welcher bis vor kurzem als erloschen galt. Der Ausbruch selbst war wissenschaftlich vorhergesagt und angekündigt worden, so dass im unmittelbaren Einzugsbereich ausschließlich Sachschänden (allerdings im Milliarden-Bereich) entstanden. Es waren nahezu keine Personenschäden zu verzeichnen.

Leider hat sich jedoch herausgestellt, dass der Lavastrom des Vulkans den einfachsten Weg genommen und sich ins Rheintal ergossen hat. Der Lavastrom war natürlich nicht aufzuhalten und floss drei Tage lang, bis dieser nach und nach versiegte. Das Problem, welches sich an dieser Stelle ergab, war jedoch ein ganz anderes: Die Lava verlegte das Flussbett des Rheines vollkommen und bildete einen künstlichen Staudamm, welcher sich über mehrere Hundert Meter Breite erstreckt. Für das Wasser gibt es kein Durchkommen mehr.

Der mittlere Abfluss des Rheins am Pegel Basel lag in den vergangenen Jahren bei ca. 2600 Kubikmeter pro Sekunde. Berechnungen von Experten ergeben, dass die Rückstauflut des Rheins, den Landkreis Emmendingen 2 Tage nach dem Ende des Vulkanausbruches erreichen und spätestens 7 Tage danach kritische Werte für den Landkreis erreichen werden. [Werte geschätzt, ich bin kein Geowissenschaftler].

Das THW arbeitet mit der Bundesweher und Spezialfirmen und Kräften an der Beseitigung der Lavasperre, kann aber einen zügigen Abbau nicht gewährleisten und vor allem keine zeitlichen Angaben hierfür liefern.

Ausgangssituation:
Im Landkreis Emmendingen spitzt sich langsam die Lage zu. Ca. 50.000 Einwohner des Landkreises sind bereits in höher gelegene Regionen des Schwarzwaldes geflüchtet. Noch einmal so viele Einwohnner befinden sich gerade auf der Flucht und verstopfen alle Straßen.

Hilfe aus anderen großen Städten der Region ist nicht zu erwarten, da alle mit exakt dem gleichen Problem zu kämpfen haben - zumal eine Überquerung des Rheins nur noch mit Schiffen möglich ist. Das regionale THW ist vollkommen mit Sicherungsmaßnahmen und der Erstellung von Hilfsunterkünften für Evakuierte und Flüchtlinge beschäftigt. Feuerwehren kümmern sich um die Verkehrslenkung des Flüchtlingsstromes und die Rettungsdienste organisieren die Evakuierung von nicht-mobilen Einwohnern.

Der Strom - und damit die Kommunikationsmöglichkeiten der HiOrgs und Privatleute fallen von Tag zu Tag vermehrt aus und liefern keine flächendeckende Kommunikation mehr. Inzwischen hat man durch Hilfs-Relaistellen das alte analoge-BOS-Funknetz wieder aktiviert.

Sie sind Funkamateur mit einer umfangreichen Ausstattung an mobiler Funktechnik, Antennen und Stromversorgungsmöglichkeiten. Ihre Familie ist in Villingen-Schwenningen in Sicherheit. Da ihre Firma geschlossen ist, können und wollen sie helfen.

Daher melden Sie sich beim Landratsamt und stellen ihre Hilfe zur Verfügung. Folgende Anforderungen werden an sie gestellt (in der Reihenfolge der Prioritäten):

Herstellen einer stabilen Daten- und Sprechfunkverbindung zwischen dem Landratsamt und dem Sitz der Bezirksregierung
Herstellen einer stabilen Daten- und Sprechfunkverbindung zwischen dem Landratsamt und dem Sitz der Landesregierung
Hilfstellung bei der Kommunikation zwischen Krisenstab und Evakuierungsunterkünften in höher gelegenen Orten des Landkreises

Wie können sie an dieser Stelle behilflich sein?
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DC4AC
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Re: Szenario für eine Übung OHNE Blackout etc: Vulkanausbrauch im Breisgau

Beitrag von DC4AC »

Falls hier jetzt jemand über das Szenario "Vulkanausbruch in Deutschland" lacht und es als unrealistisch/unwissenschaftlich abtun will: Das ist es nicht!

Keine Ahnung, ob sowas im Breisgau geologisch denkbar wäre — aber verschiebt im Zweifelsfall einfach das Szenario mal um 250km nach Norden und ersetzt den Breisgau-Vulkan durch den Laacher See. Dort gab's genau sowas vor ca. 13.000 Jahren, wenn auch mit Asche statt mit Lava: https://de.wikipedia.org/wiki/Laacher_See
Klingt nach "lang ist es her"? Ist es nicht! In geologischen Zeiträumen gesehen war das gerade erst letzte Woche.
Und der Vulkan dort ist nicht erloschen; er ruht nur.
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Re: Szenario für eine Übung OHNE Blackout etc: Vulkanausbrauch im Breisgau

Beitrag von DJ1NG »

... und es gibt sogar einen Roman zum Thema "Vulkanausbruch in der Eifel":

Ulrich C. Schreiber - Die Flucht der Ameisen - Eine geokalyptische Vision
ISBN 978-3926126542

Ich habe übrigens bewusst das Szenario weg aus der Eifel verlegt, damit man eben gerade weg von diesem Roman kommt ;-)

Der Breisgau beinhaltet den Kaiserstuhl - ein erloschener Vulkan. Seit Jahrmillionen nicht mehr tätig, gilt der Kaiserstuhl als die wärmste Region Deutschlands (mit dem besten Wein der BRD).
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Re: Szenario für eine Übung OHNE Blackout etc: Vulkanausbrauch im Breisgau

Beitrag von Detlef (DH3DM) »

Zum Szenario:

Puh ... was ich wohl zuerst machen würde, wäre, mit dem Ansprechpartner der Behörde zu sprechen und zu klären, ob schon andere Funkende dort vorstellig wurden.
Wenn noch nichts dazu läuft, dann würde ich nach einem Versammlungsraum fragen und ihn für einen vernünftigen Termin reservieren (vermutlich + 1 Tag).
Dann der Reihe nach mit allen Funkenden Kontakt aufnehmen, deren Kontaktdaten ich habe (sofern die klassischen Kommunikationsmedien in meinem Bereich noch funktionieren) und sie über den Treffpunkt und Zeitpunkt informieren. Um Weitergabe der Info auf allen Wegen bitten ("stille Post", die aber hoffentlich gut funktioniert).
Dann zu jeder vollen Stunde auf die Anruffrequenz und die Notfrequenzen gehen und (unter Berücksichtigung von Notbetrieb) auf den Treffpunkt und Zeitpunkt hinweisen.
Modalitäten der Versorgung der Freiwilligen klären.
Am Treffpunkt rechtzeitig Funktechnik aufstellen, mit der ein OM/YL während/nach der Veranstaltung alle diejenigen informiert, die nicht persönlich kommen können.
Während der Veranstaltung über die Lage und Anforderung informieren. Dann "teile und herrsche": OMs/YLs bestimmen, die sich auf Basis von Kenntnissen/Ausrüstung um Teilprobleme kümmern.
Teams nach Funktechniken getrennt (weil sie unterschiedliche Möglichkeiten und "Denke" haben), aber in jedem Team mindestens eine Person, die mindestens eine andere Funktechnik kennt und bedienen kann/darf, um "biologische" Gateways zu schaffen. Eher drei Personen, um auch im Schichtbetrieb immer ein funktionierendes Gateway zu haben. Die Teams möglichst eigenbestimmt loslegen lassen, um den Kopf frei zu bekommen.

Das ist, was mir jetzt so schnell einfällt ...
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Re: Szenario für eine Übung OHNE Blackout etc: Vulkanausbrauch im Breisgau

Beitrag von Detlef (DH3DM) »

Ich vergaß:
Auf der Veranstaltung wäre meine erste Frage, ob jemand mit Führungsausbildung/-erfahrung im Raum ist, der die Veranstaltung und den ganzen Rest übernehmen möchte.
;)
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